| Logistikmanagement und Brand-Retailing |
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| Geschrieben von Dipl.-Ing./Dipl.-Wirtsch.-Ing. Martin Stoll | |
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Die Gestaltung der Verkaufsflächen wird vom Handel als Mittler zwischen Marke und Konsument entscheidend geprägt. Umso mehr beeinflusst neben einem professionellem POS-Auftritt der Herstellermarke auch das dahinter stehende Logistikmanagement die Händlerentscheidung positiv. POS-orientiertes Logistikmanagement Das Logistikmanagement zur Planung, Steuerung und Kontrolle der POS-Prozesse stellt ein wichtiges Element bei der Gestaltung und späteren Versorgung der Verkaufsflächen am POS dar. Ein effizientes Logistikmanagement setzt zwei wesentliche gut funktionierende Logistikbestandteile voraus. Der erste wichtige Logistikbestandteil ist in ein durchgängiger Informationsfluss vom Endverbraucher über den Hersteller bis zu den Lieferanten. Diese funktionierende Informationslogistik ist als zwingend notwendig anzusehen, um auf Veränderungen beim Abverkauf am POS rechtzeitig reagieren zu können. Relativ kleine Abweichungen von den geplanten Nachfragen bei den Endkunden schaukeln ("bullwhip-effekt") sich in einer logistischen Kette auf und führen zu hohen Abweichungen und schlussendlich zu hohen Prozesskosten. Deshalb ist es wichtig, die gesamte Supply Chain im Fokus zu haben, um Insellösungen von Beginn an auszuschließen. Ungesteuerte Supply Chains führen zwangsläufig zu folgenden Problembereichen:
• hohe Bestände (working capital) Die Erfahrung zeigt außerdem, dass eine gut funktionierende operative Logistik notwendig ist, um die Vorteile einer optimierten Informationslogistik nicht durch operative Reibungsverluste zu verspielen. Hierzu zählt insbesondere die Ausgestaltung (Mix) der Transportwege (Luft, See, Bahn, Lkw) und die Einbindung und Qualität der externen Logistikdienstleister und Qualitätssicherungsagenten. Ebenso spielt die Anzahl und die geografische Lage der Logistikzentren eine bedeutende Rolle innerhalb der Supply Chain, um die Nachfragen effizient zu bedienen. Bei einer weiter gefassten Logistiksichtweise ist auch der Qualitätssicherungs- und Liefertreueaspekt beginnend bei den Lieferanten bis hin zum POS zu berücksichtigen und zwingend zu gewährleisten. Insbesondere durch die Globalisierung, d. h. durch die weltweite Beschaffung und Distribution von Waren und Gütern haben noch viele Unternehmen enorme Defizite in der durchgängigen Sicherstellung der Prozess- und Warenqualität und Einhaltung von Terminen, was sich wiederum bei diesen Unternehmen in den oben aufgeführten Punkten widerspiegelt. Der POS-Erfolg hängt u. a. von einer optimal gestalteten Supply Chain ab und es werden die Unternehmen am POS nachhaltig erfolgreich sein, die es verstehen die gesamte Kette über alle Partner hinweg zu optimieren. Brand Retailing vernetzt
Durch
das Brand-Retailing werden Marken am POS nachhaltig positioniert und
profiliert. Um diese Nachhaltigkeit zu erzielen, ist ein vernetztes
Management unterschiedlicher Kompetenzfelder erforderlich, das die
Marke ins Zentrum des Geschehens stellt. Dabei spielt das
POS-orientierte Logistikmanagement eine wesentliche Rolle. Denn in der
Konsequenz geht es darum, den Konsumenten zum Kauf der Marke am POS zu
bewegen. Und dafür ist es notwendig, die Marke umfassend zu führen. Die
Managementpraxis zeigt aber ein anderes Bild: Dort findet die Führung
der Marke häufig schon im Unternehmen selbst ein Ende. Zwar wurde
mittlerweile erkannt, dass Markenmanagement Chefsache ist, doch werden
die Gesetzmäßigkeiten der Markenführung oft ignoriert und die
Komplexität einer Marke immer wieder unterschätzt. Vor allem dann, wenn
es um den POS geht, wo 70 % der Kaufentscheidungen des Konsumenten
getroffen werden. Am POS, dem Ort des Geschehens, wird die Begegnung
zwischen der Marke und dem Konsumenten oft fahrlässig bis gar nicht
gemanagt. Die mit viel Akribie verfassten Marken-Richtlinien werden vom
Konsumenten am Shopping-Point nur bruchstückhaft wahrgenommen. Die
daraus resultierenden Konsequenzen sind fatal: Am POS gibt das
Unternehmen das Zepter der Markenführung aus der Hand. So werden
Kommunikationsaktivitäten wie z. B. Promotionen von den Unternehmen nur
unzureichend geführt. Dazu notwendige Plakate und Aufsteller werden
oftmals nicht dort angebracht oder aufgestellt, wo sie dem Konsumenten
die optimale visuelle Präsenz bieten. Häufig erscheinen sie nicht
einmal auf der Ladenfläche. Viele Unternehmen haben keine oder nur
unzureichende Visual Merchandising Richtlinien. In der Konsequenz
bedeutet dies, dass die Fläche nicht markenadäquat gepflegt wird, was
sich u. a. darin niederschlägt, dass sich noch Artikel aus früheren
Sortimenten in den Regalen befinden, die mit schleppendem Abverkauf
erfolglos immer wieder in eine weitere Saison gezogen werden. In einer
Zeit, in der die Botschaften der klassischen Werbeaktivitäten beim
Konsumenten nicht mehr mit derselben starken Wirkung aufgenommen
werden, werden die POS-Flächen als Kommunikationsmedium immer
entscheidender. In diesem Umfeld haben nicht geregelte oder nicht
gesteuerte Logistikprozesse eklatante Auswirkungen, da sie zu
POS-Flächen führen, auf denen die gut verkauften Artikel nicht mehr
verfügbar sind, - die schlecht verkauften hingegen schon. All diese
Beispiele führen zu einer schleichenden Markenerosion und in der Folge
dazu, dass die Marke an Kraft und Attraktivität verliert.
BRAND-RETAILING Nachhaltigkeit Der zentrale Ansatz im Brand-Retailing ist, die am Shopping-Point wirkenden Leistungsprozesse aus dem Blickwinkel des Konsumenten auf der POS-Fläche zu betrachten und von dort bis ins Unternehmen nachzuvollziehen, um dann aus dem Unternehmen heraus den Shopping-Point systematisch und profilstark zu gestalten. So sollte z. B. der Ort für Promotionen auf der POS-Fläche fix definiert werden. Dafür benötigt das Unternehmen jedoch die Erkenntnis, in welcher Form Promotionen auf einen Konsumenten erfolgreich wirken. Folgende Voraussetzungen sind notwendig, damit dieses Vorgehen in der Umsetzung nachhaltig und zielgenau funktioniert:
• Der komplexe Retail-Prozess muss systematisch und aus der Identität der Marke heraus gemanagt werden. Nur so ist das Ergebnis eines flächenfähigen Marken-Shopping-Points, der in harmonischem Einklang von Branding, Sortiment, POS-Kommunikation und Displays gestaltet wurde, zu erreichen. Denn am POS entfaltet sich die Marke in ihrer gesamten Gestalt und offenbart sich dem Konsumenten, der dazu eingeladen wird, das Markenangebot vertrauensvoll zu kaufen - und vor allem wiederzukaufen. Dies gelingt aber nur, wenn die Konsumenten die Leistungen und den Nutzen der Marke kennen und schätzen gelernt haben. Der POS-Auftritt ist hierbei eine markante Stütze. Denn die Wahrnehmung einer Marke wird an diesem Ort nachhaltig geprägt. Power Brands Das Bündeln der unterschiedlichen Leistungsbereiche mit dem Ziel, den profilstärksten Marken-Shopping-Point zu entwickeln, ist ein komplexer, koordinationsintensiver Managementprozess. Das Logistikmanagement nimmt hierbei einen entscheidenden Bereich ein, ohne dessen professionellen Einsatz der Marken-POS nicht erfolgreich geführt wird. Der gesamte Managementprozess generiert nachhaltige Marken-Wertschöpfung im Unternehmen und schränkt Risiken ein. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, um die Marke zu einer begehrten Power Brand zu machen. Denn nur Power Brands sind für den Konsumenten kontinuierlich attraktiv und begehrenswert. Durch die daraus resultierende Pull-Wirkung im Handel gewährleisten sie den Unternehmen einen qualitativ hohen Distributionsgrad und somit die notwendige Planungssicherheit. Autoren: Patrick Urban, 38, ist Inhaber und Brand Retail Consultant von URBAN BRAND RETAILING (www.urban-br.com), Zürich. Als Spezialist für profilierte Markenauftritte im Retailing berät er Unternehmen aus Industrie und Handel. Martin Stoll, 40, ist Partner von LOGO-TEAM Unternehmensberater für Logistik und Organisation (www.logo-team.com), Karlsruhe | Köln | Hamburg. Als Dipl.-Ing./Dipl.-Wirtsch.-Ing. hat er bereits mehrer Projekte für Kunden aus den Bereichen Industrie, Handel und Logistikdienstleistung umgesetzt. |
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| Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 6. Februar 2007 ) |
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